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Bilinguale Erziehung
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viduma
Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2007
Beiträge: 8241
Wohnort: CH

BeitragVerfasst am: 19.08.2010 20:45    Titel:

Polly hat Folgendes geschrieben:
Ich sehe es auch so, dass ich keine Sprache künstlich in die Familie bringen würde.


das sehe ich ebenso und es gibt ja auch ausreichend Fachmeinungen, die in diese Richtung gehen.
Eine Person= eine Sprache (und wenn irgendmöglich ihre Muttersprache)
klar kann es dann vorkommen, dass man auch noch in der Umgebungssprache miteinander spricht, wenn andere dabei sind (das ist ja dann iwie mehr als logisch)
So kann es natürlich schon zu 3 Sprachen kommen, allefalls eben auch zu 4 (siehe palbra)
Mir würde es aber auch schon reichen, wenn die Kinder nicht alle Sprachen perfekt sprechen können. Allein das Verstehen ist ja auch schon eine Bereicherung.

Polly hat Folgendes geschrieben:

Ich würde auch sagen, dass mein englisch sehr gut ist, aber es ist nunmal nicht meine Muttersprache und mein Wortschatz ist nicht so groß, wie mein deutscher. In so einem Fall halte ich es für nicht gut, den Kindern von klein auf englisch beizubringen. Dies würde ich nur als Muttersprachler tun.


Ich bin nicht der Meinung, dass ich sehr gut englisch spreche (obwohl mir letztens eine Engländerin ein Kompliment gemacht hat für mein Englisch- was mich dann doch gefreut hat Embarassed ) Ich komme noch aus der Generation, da war in der CH französisch die erste Fremdsprache. Folglich hatte ich jahrelang hauptsächlich Französischunterricht und wage zu behaupten, dass ich diese Sprache doch sehr gute beherrsche. Italienisch kann ich dank einem Sprachaufenthalt auch gut. ABER es käme mir im Traum nie in den Sinn mit den Kindern in einer Fremdsprache zu sprechen. Emotional bin ich doch nur im Schweizerdeutschen wirklich zu Hause. Sogar hochdeutsch zu sprechen ist gelegentlich anstrengend, es fehlen gewisse Wörter und zudem kann ich das ja auch nicht akzentfrei sprechen. Der Wortschatz ist in einer Fremdsprache doch nicht ganz so gross, es schleichen sich hin und wieder mal wieder Fehler ein, ein Akzent dürfte wohl auch (zumindest leicht) zu hören sein...


Hin und wieder spreche ich mit den Kindern mal so aus Jux portugiesisch, italienisch oder französisch, gelegentlich sogar mal englisch (obwohl mir diese Sprache klanglich so gar nicht gefällt) und die Kinder finden das dann witzig. Oft antworten sie dann in Kauderwelsch. Ein bisschen Sprachgefühl, Sprachoffenheit... dürften sie da wohl erleben, mehr nicht.

Kleine Episode heute beim Abendbrot:
Meine Schwester hat uns aus Frankreich eine Marmelade mitgebracht. Unser Ältester (6) fragt, was das ist, ich antworte: Confiture de lait (das steht drauf). Er sagt: dann kommt diese Konfi aus Frankreich!
Ich frage, warum er das weiss, er darauf: weil dus auf französisch gesagt hast.


lg
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palbra



Anmeldungsdatum: 04.02.2009
Beiträge: 1627
Wohnort: ausserhalb Dt

BeitragVerfasst am: 20.08.2010 13:22    Titel:

peppina hat Folgendes geschrieben:
wahnsinn, das klingt ja toll, palbra! Very Happy
wirklich beneidenswert, dass ihr das so hinbekommt!
was würdest du denn Angelique und ihrem freund empfehlen?


Schwierig, ihr jetzt einen Rat zu geben Wink Ich denke Angelique und ihr Freund werden das, wenn es soweit ist, schon richtig machen! das Allerwichtigste m Meinung nach ist, dass sie in der Sprache mit dem Kind sprechen, in der jeder für sich sich am wohlsten fühlt (das ist ja meistens die Muttersprache, oder Familiensprache).
Ich möchte euch ein Beispiel aufschreiben von einer Bekannten, als Beispiel wie man es (immer meiner Meinung nach) nicht machen sollte:
- sie ist Ungarin, er Portugiese. Zusammen als Paarsprache sprechen sie Englisch. Sie spricht mit den Kindern Ungarisch, sehr durchmischt mit Portug. Er spricht mit den Kindern Portug, sehr durchmischt mit Englisch. Die beiden KIinder (10 + 7) können weder die eine noch die zweite noch die dritte sprache, sondern mischen alles. Das ist schade....


ist das für die kinder wirklich nicht zu kompliziert? welche sprache sprechen sie dann am ehesten, bzw. besten?


Ich behaupte jetzt einfach mal NEIN, ist es nicht.
Wenn Du so willst, hören sie ja permanent "nur" 2 Sprachen, CH-Deutsch und Deutsch als eine gezählt (und so geht es ja allen Deutschschweizern)und Portugiesisch, Schweizerdeutsch ist ganz klar die dominante Sprache, sie sprechen untereinander CH Dt, mit uns CHdt, sie streiten auf CHdt, also ganz klar....wir benutzen CHdt auch als Geheimsprache, da es ja kaum jemand hier versteht, manchmal schauen die Leute uns dann komisch an, aber wir sind im Vorteil, wir verstehen sie, sie uns nicht Wink
Deutsch ist Schulsprache (wie in der ganzen Deutschschweiz) und durchs Lesen und Schreiben lernen sie es automatisch, wir singen viele dt. Lieder, das alles hilft.

Mit den Sprachen zu spielen, so wie viduma es beschrieben hat, finde ich etwas wunderbar tolles, das macht nicht nur Spass, sondern hilft dem Gehirn, schnell mal ein Wort zu überzetzen und ist somit Braingymnastik und öffnet Türen zu neuen Freundschaften...manchmal kann man durchaus anecken, oft ergeben sich aber auch lustige Situationen....
_________________
blonde Göttin 18.12.2002
blühender Stern 15.12.2005
heitere Sonne 14.10.2010
Blümchen ET 19.4.2012
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L85
Gast





BeitragVerfasst am: 21.08.2010 08:44    Titel:

Hallo ihr Lieben!

Auch unser Urlaub ist nun vorbei und ich habe gleich diesen Thread hier entdeckt, der wie die Faust aufs Auge auf die Überlegungen passt, die wir vor Romilys Geburt fast täglich angestellt haben.

Bei uns ist es so, dass mein Mann aus den USA kommt und ich Engländerin bin - unsere gemeinsame Sprache ist also ganz klar englisch, weil es einfach unsere Muttersprache ist und man sich, wie ja auch schon angesprochen wurde, darin einfach am whlsten fühlt.
Wir sprechen aber beide auch fließend deutsch, sodass wir weniger das Problem haben, von einer in die andere Sprache zu "springen".
Wir sprechen, singen...englisch zu Hause - ich wollte das auch unbedingt, allein schon, um ihr die ganzen tollen englischen Kinderlieder vorzusingen und mich an meine Kindheit erinnern zu können Smile
Romily geht in eine Spielgruppe, in der englisch gesprichen wird. Das sind so die Bereiche bei uns, in denen wir englisch sprechen...
Immer, wenn ich mich mit Freunden treffe oder wir auf dem Spielplatz oder auf Geburtstagen oder in Romilys anderer Spielgruppe, wird deutsch gesprochen.
Es klappt muss ich ehrlich zugeben sehr gut und macht inzwischen auch wirklich Spaß, weil Romily sehr gut am plappern ist und wirklich reagiert auf die Sprachen - englisch ein wenig mehr als deutsch, aber das liegt wahrscheinlich einfach wirklich daran, dass das unsere normale Umgangssprache in der Familie ist.
Ich denke nicht, dass sie dadurch Nachteile haben wird, dass wir sie bilingual erziehen...allein schon, weil sie sich so ja auch irgendwann mal mit dem Rest ihrer Familie in UK und USA unterhalten können wird.
Es sind einfach unsere Wurzeln und wir wollten, dass Romily die auch mitbekommt. Warum soll sie englisch von einer Lehrerin lernen, die das Fach mal studiert hat und vielleicht zwar ganz gern in englischsprachige Länder reist, aber keine Mutetrsprachlerin ist?! Da bringe ich ihr lieber selbst die Sprache näher, einfach auch, weil wir einen so sehr persönlichen Bezug haben.
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Winter



Anmeldungsdatum: 10.08.2010
Beiträge: 111

BeitragVerfasst am: 22.08.2010 20:12    Titel:

Sagt mal, ich habe schon häufiger gehört, dass jedes Elternteil nur seine Sprache mit dem Kind sprechen soll. Aber wie sollen denn die Eltern untereinander sprechen, wenn das Kind zuhört?
Etwa auch jeder in seiner Muttersprache? Wirkt ziemlich verkrampft auf mich, da kommt man doch sicher durcheinander (außerdem setzt es voraus, dass beide Elternteile die Sprache des anderen auch gut genug beherrschen, Umgangssprache kann ja auch nochmal eine andere sein). Spätestens, wenn das Kind alt genug ist, um mitzureden, wird es schwierig.
Oder sprechen in diesem Fall doch beide Eltern dieselbe Sprache? Dann wird das eine Person = eine Sprache Konzept ja schnell aufgeweicht...
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KatInTheHat



Anmeldungsdatum: 13.05.2008
Beiträge: 618

BeitragVerfasst am: 22.08.2010 20:56    Titel: Re: Bilinguale Erziehung

Angelique hat Folgendes geschrieben:
Mathilde hat Folgendes geschrieben:
Ich wollte mal Eure Meinung hören.
Was haltet ihr davon Eure Kinder mit zwei Sprachen zu erziehen?


Ich halte es in folgenden Fällen für sinnvoll:

- Bei sogenannten "Migrantenfamilien" z.B bei Deutsch und Türkisch

- Wenn die Eltern und somit auch Großeltern und Tanten aus verschiedenen Ländern kommen

- Wenn es geplant ist in verschiedene Länder zu ziehen (wenn die Eltern z.B später in Spanien leben wollen oder wo anders hin auswandern wollen oder berufsmäßig planen wo anders zu arbeiten)


In allen anderen Fällen halte ich es für NICHT sinnvoll.

Ganz besonders dann nicht nach dem Motto: "Joa, wir können ja schon Englisch und je früher man einem Kind eine Sprache beibringt um so besser...ach, erziehen wir das Kind einfach mal zweisprachig".
Das bringt mMn überhaupt nichts, sondern bringt noch eher Nachteile!

Heutzutage lernen die Kinder ohnehin schon im Kindergarten und spätestens in der 1.Klasse alle Englisch d.h frühestens mit 3/4 und aller spätestens wenn sie nicht zum Kindergarten oder Vorschule gehen und spät eingeschult werden, mit 7.

Das ist früh genug um eine Sprache gut zu lernen - zumal Englisch dem Deutschen sehr ähnlich ist und Deutsche es sowieso relativ schnell und gut erfassen.

Gut finde ich, dass bei euch der Vater Englisch spricht und du Deutsch - denn nur so soll man es machen! Sonst kommen die Kinder durcheinander. Allerdings würde ich dann nicht tauschen - eines sollte die Deutsch-Mutter sein und eines der Englisch-Vater.
Bei älteren Geschwistern ist es auch in Ordnung wenn z.B Deutsch die Sprache der Geschwister und der Spielkameraden ist und Türkisch die Sprache der Eltern.
Habe auch von Fällen gehört in denen das Mädchen mit der Puppe von Oma auf Deutsch geredet hat, denn Deutsch war die Sprache der Oma und mit der Puppe vom Vater hat sie Französisch geredet, denn die Eltern haben Französisch mit ihr gesprochen.
Oder Kinder die mit Frauen nur Französisch sprechen, weil Mami mit ihnen Französisch spricht und mit Männern nur Deutsch weil Papi... Very Happy

Soetwas sind normale Entwicklungsprozesse bei Kindern die bilingual aufwachsen, aber trotzdem:
Wenn es nicht nötig ist kann man es vermeiden, zumal man wie gesagt heutzutage immer früher immer intensiver Englisch lernt und fast jeder Teenager sich Serien und Filme auf Englisch ansieht, auf Englisch chattet und auf entsprechende englische Internetseiten geht usw und wenn man dann noch ein Jahr im englischsprachigen Ausland war können die meisten Deutschen auch ohne zweisprachige Erziehung sehr gutes Englisch, welches mit Muttersprachlern mithalten kann!

Zwar kann es gut klappen, wenn Kinder zweisprachig erzogen werden, aber es brigt keine wesentlichen Vorteile!
Studien zufolge lernt ein Kind am besten, wenn es erst einmal eine Sprache gut beherrscht und als Vorlage hat d.h eine Sprache in der es sehr sicher ist.
Daher halte ich es auch nur in den oben genannten Fällen für sinnvoll.


Dem stimme ich nur bedingt zu.

Klar sollte man ein Kind nicht krampfhaft 2sprachig erziehen, sondern nur wenn man in der Sprache die man mit dem Kind spricht auch zuhause ist.

Ich finde aber, dass eine 2Sprachigkeit erhebliche Vorteile bringt, bin selber 2sprachig. Wenn man eine Sprache in der Schule erlernt, dann bleibt es meist dabei, dass man sie nach Buch erlernt hat,man muss sich grammatikalische Formen überlegen und hat das nicht im Gefühl.

Ich finde keineswegs, dass eine direkte Notwendigkeit gegeben sein muss, um einem Kind eine zweite Sprache beizubringen. Natürlich ist oft das Problem, dass eine Sprache besser ist als die andere, aber man kann sich in der Sprache verständigen und hoffentlich auch schreiben.

Ich finde auch nicht, dass man unbedingt Muttersprachler sein muss, um seinem Kind 2 Sprachen beizubringen. Ich denke man sollte die Sprache nur extrem gut und komplett nach Gefühl können. So ist das bei mir und Englisch, ich spreche akzentfrei und grammatikalisch absolut korrekt, fast so gut wie ein Muttersprachler, da Englisch meine Hauptsprache von 8-13 war, lediglich mein Wortschatz ist wahrscheinlich etwas begrenzter.

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass ich im englischen viel sicherer bin als viele meiner Freunde, und dass mir die 2Sprachigkeit, die ich zwar nicht von Geburt an hatte, viel bringt.

Ich würde dir aber zustimmen, dass man

a. dem Kind nicht auf biegen und brechen irgendeine Sprache versucht beizubringen, die man mal in der Schule hatte

b. dem Kind nicht unbedingt eine Sprache wie Suaheli beibringen muss, weil die Anwendung eher selten ist...

aber, meine Oma konnte fließend Polnisch und hat es meiner Mutter nicht beigebracht, ich finds schade, da ich sonst evtl. auch polnisch könnte *träum*

LG
Kat
_________________
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Marisol



Anmeldungsdatum: 10.10.2009
Beiträge: 1516

BeitragVerfasst am: 23.08.2010 10:01    Titel:

Wenn ein Elternteil eine bestimmten Herkunft hat, auf jeden Fall!

Meine Tante ist Deutsche und lebt mit einem Franzosen verheiratet in Frankreich und sie hat die Kinder nur französisch erzogen. Zwischendurch waren die Kinder froh und hatten keine Lust auf Deutsch, aber heute machen sie ihrer Mutter vehemente Vorwürfe, warum sie sie nicht zweisprachig erzogen hat.
Dazu kommt, dass in unserer Familie die meisten kein Französisch können und die paar Wochen Sommerurlaub bei den Großeltern in Deutschland waren anfangs furchtbar für die Kinder, die sich kaum verständigen konnten. Schon alleine das ist doch ein Grund mehr dafür. So leicht wie als Kind lernt man sowieso nie mehr!
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Ze-Lynn



Anmeldungsdatum: 27.11.2009
Beiträge: 4670
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 25.08.2010 14:24    Titel:

Ich bin auch zweisprachig (dt./frz.) aufgewachsen und konnte schon öfters profitieren; schon nur in der Schule... Bei uns war es auch so, dass der Vater strikt frz. sprach (konnte auch nicht wirklich anders Wink ) und die Mutter CHdt. Mit meiner Schwester sprach/spreche ich immer CHdt. Ich mach jetzt das Abi auch zweisprachig, weil ich denke, dass ich schon rein beruflich bessere Chancen habe (auch wenn es mir in meinem Beruf nicht sooo viel nützen wird)...

Bekannte leben auf den Philippinen und haben das total "verpasst". Die Mutter ist CH-erin, der Vater Philippiner. Die Kinder sprechen fliessend englisch und tagalog (beides Nationalsprachen). Die Mutter spricht mit ihnen englisch, obwohl es für sie eine Fremdsprache ist (die sie zwar perfekt spricht, aber trotzdem). Heute sind die ältesten 2 in einem Deutschkurs, weil sie "ihre" Sprache auch lernen möchten; hätte die Mutter von Anfang an mit ihnen dt. gesprochen (was kein Problem gewesen wäre), wäre dies heute nicht nötig. Ich finde das extrem schade...

Ich würde meinem Kind aber nur eine Fremdsprache beibringen, wenn ich diese wirklich perfekt beherrsche und mich in allen Situationen ausdrücken kann...

lg

_________________
❝Those who wish to sing always find a song.❞
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Fräulein Mimi



Anmeldungsdatum: 13.01.2008
Beiträge: 3502

BeitragVerfasst am: 26.08.2010 10:24    Titel:

Für mich ist das auch ganz klar:
Beide Elternteile sprechen in ihrer jeweiligen Muttersprache mit dem Kind. Wenn mehrere Sprache aufeinander treffen, finde ich palbras Art und Weise sehr gut.
Aber: Ich finde es absolut falsch, wenn man einem Kind eine Sprache beibringt, die man selbst nur als Fremdsprache gelernt hat. Dazu gibt es einige wissenschaftliche Untersuchungen (hatte selbst vor kurzem ein Seminar zum Thema) und es ist schlichtweg mehr Schaden als Hilfe für das Kind, wenn es eine Sprache falsch (falsch kann in diesem Fall schlechte Aussprache, fehlerhafte Grammatik oder falsch angewandtes Vokabular sein) lernt.
Und ich glaube, dass man selbst seine Fremdsprache tendenziell besser einschätzt, als sie tatsächlich ist.
_________________
(Paten)Tante (♂ Mai 2011), Tante (♀ Aug 2011), Nanny (♀ Dez 2009 & ♀ Jul 2007), Forumspatentante (♀ Jan 2012)
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KatInTheHat



Anmeldungsdatum: 13.05.2008
Beiträge: 618

BeitragVerfasst am: 26.08.2010 19:44    Titel:

Minimick hat Folgendes geschrieben:
Für mich ist das auch ganz klar:
Beide Elternteile sprechen in ihrer jeweiligen Muttersprache mit dem Kind. Wenn mehrere Sprache aufeinander treffen, finde ich palbras Art und Weise sehr gut.
Aber: Ich finde es absolut falsch, wenn man einem Kind eine Sprache beibringt, die man selbst nur als Fremdsprache gelernt hat. Dazu gibt es einige wissenschaftliche Untersuchungen (hatte selbst vor kurzem ein Seminar zum Thema) und es ist schlichtweg mehr Schaden als Hilfe für das Kind, wenn es eine Sprache falsch (falsch kann in diesem Fall schlechte Aussprache, fehlerhafte Grammatik oder falsch angewandtes Vokabular sein) lernt.
Und ich glaube, dass man selbst seine Fremdsprache tendenziell besser einschätzt, als sie tatsächlich ist.


Dem würde ich so zustimmen, würde mein Kind auch nicht bilingual spanisch erziehen.
Nötig ist das nur, wenn man in einem anderen Land lebt, doch dann kann man die Sprache meist gut und das Kind kriegt sie auch im alltäglichen Umfeld mit.
_________________
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peppina



Anmeldungsdatum: 10.01.2009
Beiträge: 1220

BeitragVerfasst am: 27.08.2010 12:46    Titel:

aber wenn man im "ausland" lebt, dann sollte man meiner meinung nach die eigene muttersprache wenigstens zuhause sprechen. ich glaub, ich könnte gar nciht anders und fänd's schrecklich, wenn meine kinder nicht mit meinen eltern kommunizieren könnten. wieso viele das trotzdem nicht machen ist mir echt unbegreiflich Rolling Eyes so schwer ist es ja auch nicht.


Winter hat Folgendes geschrieben:
Sagt mal, ich habe schon häufiger gehört, dass jedes Elternteil nur seine Sprache mit dem Kind sprechen soll. Aber wie sollen denn die Eltern untereinander sprechen, wenn das Kind zuhört?
Etwa auch jeder in seiner Muttersprache? Wirkt ziemlich verkrampft auf mich, da kommt man doch sicher durcheinander (außerdem setzt es voraus, dass beide Elternteile die Sprache des anderen auch gut genug beherrschen, Umgangssprache kann ja auch nochmal eine andere sein). Spätestens, wenn das Kind alt genug ist, um mitzureden, wird es schwierig.
Oder sprechen in diesem Fall doch beide Eltern dieselbe Sprache? Dann wird das eine Person = eine Sprache Konzept ja schnell aufgeweicht...


die eltern haben eine sprache in der sie miteinander kommunizieren, die beide natürlich verstehen. das ergibt sich ziemlich spontan und ziemlich gleich zu anfang bei einem pärchen mit unterschiedlichen muttersprachen. bei meinem freund (italiener) und mir (deutsche) ist es deutsch. ein befreundetes pärchen in der selben konstellation spricht nur englisch miteinander, weil beide die sprache des jeweils anderen nicht sprechen. so müsste jede_r dann, wenn er_sie das gemeinsame kind anspricht in der eigenen muttersprache sprechen. also, papa spricht mit dem kind nur italienisch, mama nur deutsch und die eltern untereinander dann eben englisch. viele fälle haben gezeigt, das kinder durchaus in der lage sind, diese intellektuelle leistung zu schaffen. häufig können sie zwischen den sprachen wahnsinnig schnell hin und her schalten und bitten so zum beispiel die mutter am frühstückstisch auf deutsch darum, die marmelade rüberzureichen, während sie auf italienisch mit dem papa streiten. das problem ist, dass die eltern natürlich kein hundertprozentiges englisch sprechen, wie ein muttersprachler und ihrem kind damit möglicherweise fehler eintrichtern. verhindern, dass das kind ihr englisch irgendwann "versteht" und "nachspricht" kann man wohl nicht Confused
ein weiteres "problem" ist, dass die kinder durch das erhöhte lernpensum länger brauchen, umn überhaupt zu sprechen und dass sie die sprachen mischen, was besonders bei eltern, die die jeweils andere sprache nicht sprechen sehr kompliziert werden kann, weil sie möglicherweise ihr eigenes kind nicht verstehen.
bei meinem freund und mir wäre es rein theoretisch so, dass die erste sprache unseres kinds deutsch wäre, weil die umgebungssprache deutsch ist und er und ich auf deutsch miteinander sprechen, zweitsprache wäre italienisch, weil papa und großeltern und tante mit dem kind italienisch sprächen.

klingt kompliziert, wenn man es aber mal gesehen hat, versteht man das prinzip sehr leicht Wink
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Mathilde
Gast





BeitragVerfasst am: 22.09.2010 19:03    Titel:

Hallo!

ich finde alle Eure Standpunkte sehr interessant.

Ich weiß aber aus eigener Erfahrung das es nicht besonders gut ist wenn die beiden Eltern nicht die Muttersprache des anderen zu mindest etwaqs beherrschen. (Ich bezeichne Englisch als meine 2. Muttersprache).
Als ich eine Zeitlang in der Klinik lag war ich sehr froh und dankbar dass mein Mann mit den Kindern trotzdem Englisch und Deutsch gesprochen hat um sie da nicht raus zu bringen.
Für uns als Familie ist die Lösung die wir haben definitiv die beste. Mein und Ich sprechen miteinander mal Deutsch und mal Englisch.
Und das dauernde sprechen von Englisch nimmt einem auch ein bißchen das Heimweh. (Zweitrangig)


Zuletzt bearbeitet von Mathilde am 30.10.2010 22:10, insgesamt einmal bearbeitet
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Mima



Anmeldungsdatum: 31.08.2010
Beiträge: 134

BeitragVerfasst am: 23.09.2010 13:44    Titel:

Hallo!

Ich lebe in Südtirol und hier wachsen die deutschsprachigen kinder mit vielen sprachen auf. Zu hause wird vor allem der Südtiroler dialekt gesprochen. in der schule nur hochdeutsch. italienisch lernt man ab der 1. klasse grundschule. englisch ab der 4. klasse.
Manche kinder haben ein italienisches elternteil. diese beherrschen spätestens mit 7 jahren beide sprachen perfekt. das finde ich gut, denn in italien ist es wichtig italienisch zu können Wink
was ich aber nicht so gut finde ist, wenn die eltern die zu hause nur deutsch reden ihr kind in den italienischen kindergarten schicken. denn so lernen die kinder weder deutsch noch italienisch. mein kusin zb ist fast 5 und kann weder deutsch noch italienisch.

Lg Mima
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Carolin01



Anmeldungsdatum: 26.09.2010
Beiträge: 98
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 26.09.2010 16:34    Titel:

Wir erziehen unsere Tochter (3) dreisprachig und es funktioniert hervorragend.
Ich spreche mit ihr nur deutsch, mein Mann (Halb-Amerikaner, Halb-Spanier) nur spanisch und im Kindergarten spricht sie nur englisch.
Wir haben während ihrer Geburt in New York gelebt und sind nach ihrem 1. Geburstag dann nach Deutschland gezogen. Hier in Deutschland habe ich ein Kindermädchen, das mit ihr nur englisch spricht.
Als ich schwanger war, habe ich einen Logopäden gefragt, wie viele Sprachen ein Kind lernen kann. Er hat mir gesagt, dass ein Kind problemlos drei - sechs Sprachen lernen kann, solange es konsequent durchgeführt wird. Sprich dass mein Mann nur spanisch, ich nur deutsch und das Kindermädchen nur englisch sprechen. Auch wenn wir in einem Raum sind können wir das Schema beibehalten.
Unsere Tochter kann gut alle drei Sprachen voneinander unterscheiden und weiß sofort, mit wem sie in welcher Sprache sprechen muss.
Wenn wir mit Freunden aus London skypen spricht sie englisch. Mit meinen Eltern sofort deutsch und mit Freunden aus Madrid spanisch.
Ich verstehe die Leute nicht, die meinen, dass mehrsprachige Kinder Probleme mit dem Sprechen haben. Meine Tochter war noch nicht mal 2 und da hat sie schon munter drauflos geplappert.
Wir bekommen bald unser zweites Kind und das soll ebenfalls dreisprachig aufwachsen.
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Mathilde
Gast





BeitragVerfasst am: 26.09.2010 18:35    Titel:

Carolin01 da kann ich dir nur Zustimmen. Unsere Kinder gehen in die Schule, in den Kindergarten und in die Kindergruppe. Zuhause spreche ich zum Großteil Englisch mit den Kindern und mein Mann Deutsch.
Wir waren auch schon mit den Kindern in New York wo meine Eltern immer noch ihr Haus haben.
Ich bin in Ridgewood, Queens in New York City aufgewachsen. Meine Eltern hatten ein Haus in den Stier Hauses. Wo habt ihr denn gelebt?


Zuletzt bearbeitet von Mathilde am 30.10.2010 22:05, insgesamt einmal bearbeitet
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Carolin01



Anmeldungsdatum: 26.09.2010
Beiträge: 98
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 27.09.2010 13:54    Titel:

Hallo Mathilde,

wir haben in Manhattan im Greenwich Village gelebt. Für mich war der Arbeitsweg entscheidend.
Gehen deine Kinder in internationale Einrichtunge?!
Und wo ihn Deutschland lebt ihr?!

Liebe Grüße
Caro
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