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Förderung von Kindern
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aoife rua



Anmeldungsdatum: 08.01.2007
Beiträge: 1294

BeitragVerfasst am: 12.12.2010 13:45    Titel:

Interessantes Thema! Ich hab das vor einer Weile in einem anderen (allgemeinen Eltern-) Forum auch mal aufgegriffen.

Ich hatte auch zufällig eine Reportage gesehen, allerdings auf zdf aus der Reihe 37°. Nur das beste für mein Kind hieß die Folge. Darf ich das hier verlinken? Wenn nicht nehm ich es wieder raus!

*****zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/1078550/Nur-das-Beste-f%C3%BCr-mein-Kind

Da fand ich die vorgestellten Beispiele alle grenzwertig...

Ich danke dir, Viduma für den Satz "Viel Förderung geschieht auch im Alltag". Ich persönlich finde, für Kleinkinder reicht das im Prinzip auch aus. Es sei denn, sie zeigen wirklich großes Interesse an irgend einem Thema. Dann kann man das sicher fördern. Vielleicht gibt es ja wirklich Kinder, die mit 4 gern Klavier oder Geige spielen lernen WOLLEN. Ich persönlich kenn zwar keins, aber wenn ich mir vorstelle, ein Kind kann sich so in Musik vertiefen, wie mein Kind in das Thema "Dinos und Drachen", dann kann man bei so einem Kind sicher auch mit 4 schon mit Musikunterricht beginnen.

Für Schulkinder find ich die Vorgabe "einen Kurs pro Woche" ganz gut. Ich würd das nicht auf Sport begrenzen. Ein Kind kann ja auch ein Musikinstrument lernen oder im Chor singen.

Zu meinem Kind: Jani ist 4 und schon so lange ganztags in Betreuung, dass sich für uns die Frage nach irgendwelchen Kursen nie gestellt hat.

ABER: er war die ersten 2 Jahre bei einer Tagesmutter, die mit den Kindern ganz oft im Zoo war, oder im Museum, wenn es dort Ausstellungen für Kinder gab, oder in der Bibliothek oder auf tollen Spielplätzen in der Gegend. Für ein- bis dreijährige ist das zusammen mit dem täglichen Kontakt mit anderen Gleichaltrigen schon eine Menge Förderung/Anreiz zum Lernen.

(Hätte ich es anders gemacht und wäre die ersten Jahre zu Hause geblieben, hätte ich mir sicher mindestens einen Kurs gesucht, einfach, um andere Mütter und Kinder kennenzulernen.)

Jetzt ist er ganztags im Kindergarten und dort passiert auch eine Menge Förderung. Einmal in der Woche Musik, 2 mal im Jahr "Waldwochen", ein kleines "Forschungslabor mit der Möglichkeit, kleine naturwissenschaftliche Experimente zu machen. Induktives Englisch für alle Kinder durch eine englischsprachige Kraft in jeder Gruppe, VOrschulgruppe und und und.

Zum Glück wird das so spielerisch gemacht und den Kindern in vielen Bereichen immer die Wahl gelassen, was sie gerne möchten oder ob sie teilnehmen möchten, dass es nicht zur überforderung wird.

Jani hat hier zu Hause Zugang zu vielen Instrumenten. Er liebt es, darauf zu spielen - auf allen. und er geht auch sehr vorsichtig mit Ihnen um. Aber er ist noch immer überhaupt kein Kind für Unterricht oder Gruppen, in denen jemand ständig vorgibt, was er tun soll. Er will auch nicht lernen, Melodien zu spielen, sondern nur seine eigene Musik.

Ich hoffe, er behält sich den Spaß daran, und wer weiß, vielleicht will er ja eines Tages mal ein Instrument auch richtig lernen. Aber das hat noch Zeit.

LG Eva
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Lawrence Krauss
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Ze-Lynn



Anmeldungsdatum: 27.11.2009
Beiträge: 4854
Wohnort: Australien

BeitragVerfasst am: 12.12.2010 15:07    Titel:

aoife rua hat Folgendes geschrieben:
Ich hatte auch zufällig eine Reportage gesehen, allerdings auf zdf aus der Reihe 37°. Nur das beste für mein Kind hieß die Folge. Darf ich das hier verlinken? Wenn nicht nehm ich es wieder raus!

*****zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/1078550/Nur-das-Beste-f%C3%BCr-mein-Kind


Ich habe mir die Reportage soeben angeschaut... Ist iwie wirklich traurig die Kinder da so unmotiviert zu sehen - die zuckersüsse Stella möchte auf den SPIELPLATZ - wieso erfüllt man einem so süssen, kleinen Mädchen diesen Wunsch nicht? Kostet nichts und bringt mMn viel mehr als da mit 3 schon Geige zu spielen...

lg

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❝Children are the hands by which we take hold of heaven.❞ ~ Henry Ward Beecher
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RatzenKatze



Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 3207

BeitragVerfasst am: 12.12.2010 21:02    Titel:

ich hab mir die 37grad-Reportage auch gerade angeschaut (die reihe finde ich sowieso sehr gut Very Happy ) Klar sind das Extremfälle, aber ich war trotzdem erschüttert und ich hatte großes Mitleid mit den Kindern.
Ich habe selber noch keine Kinder, was ich sage, ist also alles nur hyothetisch. Aber ich würde meine Kinder in höchstens einen Kurs pro Woche geben und das auch nur, wenn sie nicht sowieso schon häufig Nachmittags Kindergarten/ Schule haben. Vielleicht ein Mannschaftssport oder Chor oder etwas ähnliches, wo man mit Menschen zusammen ist. Ich lebe auf dem Land und will das auch immer tun, ich würde mir ansonsten hoffen, dass es viele andere Kinder in der Umgebung gibt, mit denen mein Kind durch Wiesen und Felder streifen kann, Hütten bauen, Fußball spielen, auf Bäume klettern kann und abends zu spät und voller Schlamm wieder heimkommt. Ich find das nicht romantisch, das ist doch wohl eine ganz normale Kindheit, oder?
Klar will man nicht, dass das Kind später mal große Probleme hat, aber ich bezweifle stark, dass Englisch lernen im Kindergarten dagegen abhelfen kann. Lieber soll sich mein Kind mit ein paar Bauernköpfen auseinandersetzen und lernen, auch mit anderen Menschen umzugehen.
Sorry, aber dieses "Solange es dem Kind Spaß macht" kann auch ein ziemlicher Selbstbetrug sein kann.
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Lasst kastrieren!
Mahnwache
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viduma
Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2007
Beiträge: 8537
Wohnort: CH

BeitragVerfasst am: 12.12.2010 22:04    Titel:

Ich habe mir die Sendung eben auch gerade angesehen und mich schaudert...

Nein danke, das tu ich meinen Kindern nicht an. Natürlich sind das extreme Beispiele aber im Ansatz begegnet einem das schon manchmal. Zum Glück hier nur vereinzelt.

Und ob die Kinder dann wirklich die so viel besseren Chancen im Leben haben, ist ja auch nicht bewiesen.
Zumindest Philipp und Arthur hatten ja keine ausreichende Englischkompetenz trotz der 6jährigen Bemühungen des Vaters (mal ganz abgesehen von seinen finanziellen Aufwendungen).

Und Klein-Stella wird mit ihrem GEschwister in ein paar Jahren wohl kaum spielen können, sie hat spielen bis dahin wahrscheinlich total verlernt, dann ist ja schon 6 und muss bestimmt noch ein paar Kurse mehr belegen.

Soll jeder machen, wie ers für richtig hält, aber für mich ist auch hier weniger mehr.

lg
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Fräulein Mimi



Anmeldungsdatum: 13.01.2008
Beiträge: 3620

BeitragVerfasst am: 12.12.2010 22:08    Titel:

viduma hat Folgendes geschrieben:
Ich habe mir die Sendung eben auch gerade angesehen und mich schaudert...

Nein danke, das tu ich meinen Kindern nicht an. Natürlich sind das extreme Beispiele aber im Ansatz begegnet einem das schon manchmal. Zum Glück hier nur vereinzelt.

Und ob die Kinder dann wirklich die so viel besseren Chancen im Leben haben, ist ja auch nicht bewiesen.
Zumindest Philipp und Arthur hatten ja keine ausreichende Englischkompetenz trotz der 6jährigen Bemühungen des Vaters (mal ganz abgesehen von seinen finanziellen Aufwendungen).

Und Klein-Stella wird mit ihrem GEschwister in ein paar Jahren wohl kaum spielen können, sie hat spielen bis dahin wahrscheinlich total verlernt, dann ist ja schon 6 und muss bestimmt noch ein paar Kurse mehr belegen.

Soll jeder machen, wie ers für richtig hält, aber für mich ist auch hier weniger mehr.

lg


Dito... Im Kindergarten in der Einstein-Gruppe Werke von Picasso interpretieren... Rolling Eyes
Nein, das lass ich mal lieber...
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Carolin01



Anmeldungsdatum: 26.09.2010
Beiträge: 98
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 13.12.2010 12:51    Titel:

Ich finde, dass auch die Reportage von ZDF alles sehr negativ belichtet. Der Kindergarten tut den Zwillingen vielleicht nicht gut. Aber sie sind die bereits 5. Da müssen doch die Eltern erkennen (selbst die Großeltern merken es!!!), dass die nicht glücklich sind. Ich frage mich, warum sie nicht schon eher in einen anderen Kindergarten gegeben wurden!!!

Meine Tochter besucht einen der genannten Kindergärten. Nachdem wir aus dem Ausland kamen haben wir sie vorrübergehend in einen ganz normalen "08/15" Kindergarten gegeben und sie hat sich dort total gelangweilt. Die Kinder haben letztendlich nur in diesem Raum gespielt und sind ab und zu nach draußen gegangen. Keine der Erzieher hat ihnen Dinge erklärt. Manchmal wurden vielleicht Geschichten vorgelesen und über das Wochenende gesprochen, aber das war es dann auch. Meine Tochter war jeden Tag in der Malecke und fing von sich dann an Buchstaben zu "malen" und das mit knapp 3. Glücklicherweise standen wir beim englischen Kindergarten vorne auf der Warteliste, da wir aus den USA kamen.
Im englischen Kindergarten kommt Stella jeden Tag mit einer neuen story nach Hause und ich bin erleichtert und froh, da ich einfach spüre, wie gut sie sich da entfalten kann. Sie ist total energiegeladen und oft greifen wir ein Thema, das im Kindergarten besprochen wurde, zu Hause nochmal auf.
Dennoch muss man sagen, dass dieser Kindergarten nicht für jeden geeignet ist. Man sollte entweder selbst perfektes englisch beherrschen oder es ganz den Erziehern überlassen und die Nachmittage gemeinsam mit dem Kind verbringen. Zwei Hobbys sind ok, zu viel sollte es auch nicht sein. Stella freut sich immer tierisch auf Ballett und den Musik-Kurs ist aber auch oft sehr glücklich, wenn wir nach der KITA auf den Spielplatz oder nach Hause gehen und was lesen.

Bzgl. Kindergarten muss jede Mutter/jeder Vater selbst sein Kind am besten einschätzen können. Manche Kinder sollten in einen Waldorfkindergarten gehen, andere in eine katholische Einrichtung und andere widerum in eine internationale KITA. Manche Kinder sind reifer, andere brauchen mehr Zeit.

Ich finde es schade, dass ZDF die KITAS anhand von übertriebenen Beispielen so negativ dargestellt hat. Denn schaden tun sie garantiert nicht, es kommt nur darauf an, wie das Kind mit dem System zurecht kommt.
Man beklagt sich über die Pisa-Studie und wundert sich was China anders macht. Da werden Kinder schon ab dem 3. Monat gedrillt.

Was ich ehrlich gesagt in Deutschland ganz schlimm finde - schlimmer noch als frühkindliche Erziehung - ist die Grundschulzeit und die damit entscheidende Frage nach der 4. Klasse. Da fördere ich mein Kind lieber rechtzeitig, als dass sie mit 8 plötzlich vehement aus der Kindheit gerissen werden und von morgens bis abends dafür pauken müssen, in Real oder Gym zu kommen!!!
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Fräulein Mimi



Anmeldungsdatum: 13.01.2008
Beiträge: 3620

BeitragVerfasst am: 13.12.2010 13:20    Titel:

Carolin01 hat Folgendes geschrieben:
Da fördere ich mein Kind lieber rechtzeitig, als dass sie mit 8 plötzlich vehement aus der Kindheit gerissen werden und von morgens bis abends dafür pauken müssen, in Real oder Gym zu kommen!!!


Meiner Meinung nach sind Kinder, die in der Grundschulzeit von morgens bis abends pauken müssen, vielleicht einfach nicht geeignet für Real oder Gym.

Dass unser Schulsystem einige Fehler hat ist sicher unbestritten- aber nur schlecht ist es sicherlich auch nicht.
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Carolin01



Anmeldungsdatum: 26.09.2010
Beiträge: 98
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 13.12.2010 14:50    Titel:

Minimick hat Folgendes geschrieben:
Carolin01 hat Folgendes geschrieben:
Da fördere ich mein Kind lieber rechtzeitig, als dass sie mit 8 plötzlich vehement aus der Kindheit gerissen werden und von morgens bis abends dafür pauken müssen, in Real oder Gym zu kommen!!!


Meiner Meinung nach sind Kinder, die in der Grundschulzeit von morgens bis abends pauken müssen, vielleicht einfach nicht geeignet für Real oder Gym.

Dass unser Schulsystem einige Fehler hat ist sicher unbestritten- aber nur schlecht ist es sicherlich auch nicht.


Da bin ich absolut anderer Meinung. Kinder, die mehr Zeit zum Lernen brauchen sind genauso tauglich fürs Gymnasium wie Überflieger!!!
Ich selbst musste auch in der Grundschulzeit kämpfen und wäre der Lehrerin zufolge in der Realschule hocken geblieben. Dank meiner Eltern war ich am Ende qualifiziert für eine gute Uni.
Mein Mann ist die ganze Schullaufbahn hinweg top gewesen und ist später auf der gleichen Uni wie ich gewesen.
Er hat gesagt, dass er in Amerika vielleicht schon ab dem 3.4. Lebensjahr etwas lernen musste, aber wenn er gelernt hatte sah man es auch auf dem Zeugnis. Natürlich stieg das Niveau mit der Zeit und zum Schluss musste er sich richtig ins Zeug legen. Aber jeder der den Willen zum Lernen gezeigt hat, bekam das vom Lehrer anerkannt und sah das Ergebnis auf dem Zeugnis.
In Dtl. hingegen wird man schnell in eine Schublade gesteckt.

Zudem ist das dt. Schulsystem nun mal nicht gut. Es überwiegen schlecht qualifizierte Lehrkräfte, Demotivation und zu viele Schüler (zu wenige Lehrer), um sie individuell betreuen zu können. Zudem geht es den Schulen nur um den guten Ruf. Da werden auf der Homepage erstklassige Schüler namentlich genannt und der Rest schwimmt irgendwie mit.
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SarahMargaretha



Anmeldungsdatum: 05.09.2008
Beiträge: 3705

BeitragVerfasst am: 13.12.2010 15:02    Titel:

Carolin01 hat Folgendes geschrieben:

Ich selbst musste auch in der Grundschulzeit kämpfen und wäre der Lehrerin zufolge in der Realschule hocken geblieben.


Merkst Du nicht, wie fatal und falsch dieser Satz schon ist?!

Carolin01 hat Folgendes geschrieben:


In Dtl. hingegen wird man schnell in eine Schublade gesteckt.



Und genau diese "Tradition" führst Du meiner Meinung nach mit der Einstellung aus dem ertsen Zitat fort....

...nix für ungut.
_________________
ღOSKAR Luzianღ

Grüße an meine Forumspatenkinder Samson und Ivo Leonid!
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Fräulein Mimi



Anmeldungsdatum: 13.01.2008
Beiträge: 3620

BeitragVerfasst am: 13.12.2010 15:03    Titel:

Carolin01 hat Folgendes geschrieben:

Da bin ich absolut anderer Meinung. Kinder, die mehr Zeit zum Lernen brauchen sind genauso tauglich fürs Gymnasium wie Überflieger!!!


Dass jedes Kind unterschiedlich schnell lernt, ist keine Frage. Aber wenn ein Kind in der Grundschule von morgens bis abends pauken muss (und das war immerhin deine Wortwahl), bezweifle ich sehr stark, dass es auf einem Gymnasium glücklich wird- da würde ich wahrscheinlich eher auf die Realschule tendieren, dem Kind Zeit geben und dann auf ein Allgemeinbildendes Gymnasium oder ein Technisches/Hauswirtschaftliches Gymnasium (je nach Gefallen natürlich) wechseln. Es ist nun Mal eine Tatsache, dass die Anforderungen im Schulleben steigen.

Und "in Schubladen stecken" ist ja wohl ein Witz- vielleicht steckt man sie in unterschiedliche Schulen, ja. Und ganz bestimmt ist diese Aufteilung und die damit verbundenen Schwierigkeiten nicht optimal, vielleicht sogar absolut mistig. Aber Schubladen machen auch die Eltern- die nämlich nicht akzeptieren können, wenn ihr Kind auf einer Hauptschule besser aufgehoben ist. Und aus diesem Kind kann genauso was werden wie aus einem Gymnasiasten, vielleicht braucht es einfach Zeit.

Zu deiner Verteufelung der deutschen Schulen sage ich jetzt mal nichts (dass es Stärken und Schwächen hat, sollte klar sein)- aber schimpfen kann man viel, wenn man sich nicht wirklich auskennt.

Zudem sind Verallgemeinerungen wie du sie triffst in keinem Fall einer Diskussion zuträglich.
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Carolin01



Anmeldungsdatum: 26.09.2010
Beiträge: 98
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 13.12.2010 16:36    Titel:

Danke Wink Es lebe der Pluralismus Very Happy Very Happy Very Happy
Ich denke, dass es bzgl. des dt. Schulsystem Befürworter und Gegner gibt. Ich halte von dem System nichts, von "Verteufelung" kann aber auch keine Rede sein.

@SarahMargaretha
Vielleicht habe ich mich da in der Schnelle auch falsch ausgedrückt. Meine Lehrerin wollte mich auf die Realschule schicken, dank meiner Eltern konnte ich das aber umgehen.

Ich denke, wir sollten wieder auf das eigentliche Thema, nämlich allgemeine Förderung von Kindern, zurückkommen und entschuldigt mich, wenn ich das Thema etwas verschoben habe.

Und sorry, dass ich so auf dem Schulsystem rumgeritten bin. Bin heute glaube ich etwas emotional aufgewühlt ... Erkältung, krankes Kind ... liegt vielleicht auch an den Hormonen. Soll kurz vor der Geburt ja ganz normal sein und die rückt langsam immer näher Confused Embarassed
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MarineBlue
Gast





BeitragVerfasst am: 13.12.2010 17:36    Titel:

Also ich unterscheide zwischen Forderung (das was das Kind besonders kann) und Förderung (was das Kind nicht so kann).
Von meinen Patenkindern weiß ich, dass sich immer alles ändert.
Sie war mit 3 super musikalisch hat gerne geklatscht, gesungen usw. dann haben alle mit ihr Gesungen geklatscht usw. ihre Mama hat sie dann in eine Musikgruppe für kleine geschickt und schnell war sie überfordert und hat Musik nicht mehr toll gefunden. Sie fand malen viel schöner, meine Freundin hat sie diesmal nicht in einen Kurs geschickt sondern zu Hause mit ihr gemalt, wenn Robyn Lust hatte (das war oft der Fall). Doch jetzt findet sie malen auch nicht mehr so toll, trotz Forderung und Förderung.
Es sind Phasen die man genau dann fördern/fordern sollte, wenn sie da sind. Es gibt Phasen wo ein Kind z.B. sehr musikalisch ist aber dafür unsportlich, dann muss man meiner Meinung die Musik fordern, damit es interessant bleibt und den Sport fördern, damit das Kind vielleicht doch wieder Spaß daran hat. Sicherlich sehr schwer, aber Kurse finde ich erst mal uninteressant. In meinem Schwanger Yoga Kurs ist eine Mutter (hat schon 2 Jungs (8 und 5 Jahre)) Der Große spielt 3 Instrumente hat 4 Sportkurse und 2 Sprachkurse in der Woche, wo ich mir denke, wo der Kurs fürs Kindsein? Der Kleine hat einen Sprachkurse und 2 Sportkurse wie 1 Instrument.
Wenn ich einen vollen Tag habe, bin ich schon gestresst und fix und fertig, wenn ich zuhause bin. Dann kann ich das doch nicht von meinem Kind erwarten.
Also eine Sportart und ein Instrument kann nicht schaden, dann aber bitte das, was mein Kind möchte und wenn ich alle 3 Monate die Vereine wechsel, bis mein Kind das gefunden hat, was es suchte/brauchte.
Ich finde Kontakte knüpfen Kinder eh auf dem Spielplatz und in Schule und Kindergarten am besten.
Mir ist wichtiger, wenn das Kind Spaß am Lernen hat an statt schon mit 3 Jahren keine Lust mehr hat.
Ich möchte Stärken ausbauen und Schwächen abschwächen, am besten ist doch eh, wenn man die Zeit, die man hat auch noch mit dem Kind nutzt. Also bei uns wird es so aussehen, wir arbeiten beide und wenn unser Baby da ist und groß ist wollen wir doch möglichst viel Zeit verbringen und nicht von einem Kurs zum Nächsten sausen. Zumal das auch zu viel Stress für mich ist, für so ein kleines Kind dann erst Recht.

Liebe Grüße
Martine
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nickei



Anmeldungsdatum: 22.05.2009
Beiträge: 533

BeitragVerfasst am: 13.12.2010 17:45    Titel:

Carolin01 hat Folgendes geschrieben:
Zudem ist das dt. Schulsystem nun mal nicht gut. Es überwiegen schlecht qualifizierte Lehrkräfte, Demotivation und zu viele Schüler (zu wenige Lehrer), um sie individuell betreuen zu können. Zudem geht es den Schulen nur um den guten Ruf. Da werden auf der Homepage erstklassige Schüler namentlich genannt und der Rest schwimmt irgendwie mit.


Also, ich muss jetzt echt einmal eine Lanze für unser Schulsystem brechen. Dass es zu wenige Lehrkräfte gibt, ist nun einmal ein Fakt, den man nicht von heute auf morgen ändern kann. Jedoch finde ich das Grundsystem, mit der Aufteilung in Hauptschule, Realschule, Gymnasium sehr gut. Ich war selbst bei einem Austausch einige Wochen in einer Schule in den USA (Chicago), wo es diese Aufteilung ja nicht gibt. Ich muss sagen, ich war schockiert von dem allgemeinen Leistungsniveau dort. Da saßen im Deutschunterricht Anfänger mit Fortgeschrittenen in einem Kurs (--> Anfänger waren überfordert, Fortgeschrittene haben sich gelangweilt). Fächer wie Mathe, die Naturwissenschaften etc kann man auch getrost mit Tonunterricht, Theater etc ersetzen. Die Klassengröße hat sich ebenfalls im Durchschnitt nicht von der in D unterschieden.
Die Qualifikation unserer Lehrkräfte hier in D als inkompetent zu verallgemeinern finde ich ebenfalls respektlos, den Lehrern gegenüber, die sich wirklich für ihre Klassen engagieren und Ahnung haben. Ich habe 9 Jahre Gymnasium hinter mir und muss sagen, dass ich in der Zeit gute und schlechte Lehrer hatte, die schlechten jedoch die Ausnahme waren. Und die Schlechteren waren nicht inkompetent, sondern konnten ihr Fach bloß nicht gut an die Klasse rüberbringen. Inkompetenz bei Lehrern habe ich jedoch v.a. an der amerikanischen Schule erfahren (die, nebenbei, eine angesehene Schule dort war). Und um das ganze nicht so einseitig zu gestalten: Ich war auch 2 Wochen an einer Schule in Italien, dort war die Situation noch katastrophaler als in den USA. Ich will keinesfalls ausländische Schulsysteme niedermachen, jedoch finde ich es traurig, wie unser dt Schulsystem immer wieder (auch von der Politik) niedergemacht wird. Es ist klar, dass ein Lehrer, der 25 Schüler zu betreuen hat, in 45 min nicht auf jeden einzelnen Schüler eingehen kann. Jedoch geht das auch bei 15 Schülern nicht (wer individuelle Betreuung möchte, soll sich Privatunterricht holen Rolling Eyes ).
Weiter oben hast du von der Pisa Studie geschrieben: Ich habe mir selbst einige Originalfragen aus dem Test angesehen. Wie man aus solchen Fragen Aufschluss über die Qualität eines Schulsystems gewinnen können soll, ist mir schleierhaft. Es gibt schon einen Grund, wieso dt Fachkräfte und Akademiker im Ausland so gefragt sind: Garantiert nicht wegen der schlechten Bildung. Mich nervt es generell, dass dt Dinge immer so lange schlecht gemacht werden, um sie anschließend zu amerikanisieren (siehe Bachelor & Master Evil or Very Mad ). Ich war selbst mittlerweile schon 4 mal dort, und muss sagen, ich bin wahnsinnig froh, dort nicht zu leben. Das Land ist super schon zum Urlaub machen, die Leute sind super nett, aber der Bildungsstand und der Lebensstandard eines Durchschnittsamerikaners sind weitaus geringer als die in D. Und zwar genau weil in D das Leistungsvermögen der Schüler berücksichtigt wird. Nicht jedes Kind ist nun einmal geeignet fürs Gymnasium (auch wenn die Eltern es nicht akzeptieren wollen). Man kann auch nach der mittleren Reife noch das Abi nachmachen oder eine Ausbildung beginnen (ebenfalls eine Sache die es in dieser Form nur in D gibt. In den USA macht man eben learning by doing --> entsprechend ist dann die Qualität).

So, sorry, aber das musste ich einfach noch loswerden Smile

lg
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Marisol



Anmeldungsdatum: 10.10.2009
Beiträge: 1671

BeitragVerfasst am: 14.12.2010 12:34    Titel:

Nur mal zu dem Thema Realschule Gymnasium... Bei uns in BaWü gibt es berufliche Gymnasien. Da kann man nach der mittleren Reife hingehen (auch als Gymnasiast) und dann dort in 3 Jahren sein Abitur machen (mit wirtschaftlichem, technischen oder anderem Schwerpunkt).
Den "Druck", dass Kinder es auf das Gymnasium schaffen müssen, habe ich bei mir gar nicht erlebt und auch bei meinem Bruder gab es das nicht. Wer mit 10 eben noch etwas länger braucht, ging auf die Realschule. Sehr viele meiner alten Mitschüler, die dann auf Haupt oder Realschule waren, sind mittlerweile auf einem beruflichen Gymnasium und auf dem Weg zum Abitur.
Und wenn man sie fragt, sind alle zufrieden damit, dass man sie damals auf die Realschule gesteckt hat, weil sie einfach erst später mit dem Lernen gut klar gekommen sind.

Das finde ich, sollte es in allen Bundesländern geben.
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