Das Forum rund um Namen Bedeutung Herkunft Namenstage und vieles mehr...  
 
 
 
 
Forum Suchmaschine
Finden Sie schnell und einfach Beiträge, nutzen Sie hierfür die Forum Suchmaschine. Tragen Sie im Feld den gesuchten Begriff ein:
   
Navigation
FAQ
Vornamen
Anzeigen:
Zur Geburt wäre auch ein Anhänger aus Silber mit dem Namen ihres Kindes eine tolle Idee. Schauen Sie aber vorher auf's Thermohygrometer. Bitte beachten Sie auch die Gebotsschilder hier im Forum, diese gelten für alle Mitglieder im Portal.
 
Das Forum rund um Namen Bedeutung Herkunft Namenstage und vieles mehr...
Waldorfpädagogik
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Vornamen Forum Foren-Übersicht -> Erziehung
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
fanny



Anmeldungsdatum: 10.10.2009
Beiträge: 528

BeitragVerfasst am: 31.01.2011 22:55    Titel:

Marisol hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Ich bin in der Ausbildung zur Ergotherapeutin.
Ein Fach ist Kunsttherapie. In unserer ersten Unterrichtsstunde wurden wir von unserer Dozentin gefragt, was wir für einen Bezug zum Malen haben. 80% meiner Mitschüler sagten bis zum Kindergarten hätten sie sehr gerne gemalt, aber danach nicht mehr, denn sie hätten halt immer eine schlechte Note in der Schule bekommen (5)
Ehrlich gesagt, mir läufts da eiskalt den Rücken runter!
Oft bleiben diese Kinder in ihrer Malentwicklung dann bei diesem Alterstand stehen, weil sie für sich damit abschliessen. Ich fnde das äusserst fragwürdig und traurig!
Und wie gesagt, das waren nicht ein,zwei sondern fast mein gesammter Kurs!

Mal nur dazu: Es stimmt, dass viele Kinder ab spätestens Ende der Grundschule aufhören zu malen. Womit das zu tun hat? ich glaube viel eher, dass das die eigenen Ansprüche an sich selbst sind. Als Kindergartenkind ist es einem egal, wie ein Bild aussieht. Irgendwann entwickelt man den Ergeiz, gut zu sein. Wenn dann jemand aus Frustration aufhört, ist es eher Aufgabe der Eltern und Lehrer, die Kinder zu motivieren, dranzubleiben. Kinder können nicht ihr Leben lang rumschmieren wie im Kindergarten. Mein Vater hat mir z.b. immer klar gemacht, dass es auch mal nicht so schöne Bilder gibt, und einem manches einfach nicht gelingt. Aber da muss man die Zähne zusammenbeißen lernen. Das ist nicht nur beim Malen so, sondern auch beim Deutschaufsatz. Wer etwas lernen will, muss bereit sein, Fehler zu erkennen, um sich zu verbessern. Meiner Meinung nach muss man lernen, auch mit schlechten Beurteilungen umzugehen.
Ich habe zwar noch nie von einer 5 in Kunst gehört (bei uns hatten die aller schlechtesten, die sich auch wirklich keine Mühe gegeben haben, bis zur 7. Klasse eine 3), das halte ich eher für eine Ausnahmeerscheinung im System.
Das Grundschulalter finde ich für den ersten Notenkontakt auch nicht zu früh. In der ersten Klasse hatten wir gar keine Noten, in der zweiten Klasse nur in Mathe und Deutsch und in der dritten dann überall. So wurde man etwas rangeführt an das System.
Entscheidend ist, dass Eltern und Lehrern den Kindern vermitteln, dass Noten eine Lernbewertung sind, die von vielen Faktoren abhängen. Man sollte sie annehmen, aber sich nicht angegriffen fühlen. Die allermeisten Kinder akzeptieren ihre Noten auch, zu Heulereien kommt es doch meistens erst, wenn die Eltern von zu Hause aus massiven Druck machen.
Ob das dreigliedrige Schulsystem wirklich eine gute Lösung ist, da kann man drüber streiten.
Andererseits ist es aber heutzutage keine Katastrophe, auf die Haupt oder Realschule zu kommen. Wer sein Abitur nachholen will, der hat in der Regel auch die Möglichkeit dazu.


Also, ich habe mit meinen Kindern die Erfahrung gemacht, dass es ihnen nicht egal ist, wie ihr Bild aussieht... wie oft zeigen sie stolz ihre Kunstwerke! Das geschieht aber meiner Meinung nach noch hauptsächlich aus intrinsischer Motivation, d.H. eine Motivation, die aus dem Kind selbst entsteht aus Freude daran etwas zu gestallten. Und da kommt für mich die Schwierigkeit der Noten ins Spiel: sobald etwas in dieser Form bewertet wird, auch mit guten Zensuren,besteht doch die große Wahrscheinlichkeit und Gefahr, daß die extrinsische Motivation, welche dadurch entsteht, das ganze anfängt zu überdecken! Und genau daraus entsteht mMn dann die Frustration. Denn es ist nicht mehr etwas Eigenes, sondern Fremd gestalltete Motivation.
Beispiel: wie fühlt es sich an, wenn dir jemand sagt: "Du bekommst 10 Euro, wenn du eine Eins schreibst?" dann bekommst du eine Eins... mit ziemlicher Sicherheit kannst du dich weder über die Eins noch die 10 Euro so richtig Freuen! Ist etwas nachvollziebar was ich meine?

Und, in der Waldorfschule wird nicht irgendwie rumgeschmiert! (auch wenn ich das jetzt evtl. zu wörtlich nehme...) Ich habe hier einen Kalender mit Bildern von Schülern hängen. Das sind kleine Kunstwerke! auch von den Grundschülern...ich bin jedes mal beeindruckt!

Ich bin ganz klar für Gesammtschulen, denn mMn stellt dieses Dreigliedrige System nicht nur eine Leistungs- sondern auch Klassentrennung dar...und das bedeutet gleichzeitig nicht gleiche Bildungschancen! Sicher gibt es welche, die sich "hoch arbeiten", aber ganz ehrlich, den meisten gelingt das nicht. Um noch mal auf die Waldorfschule zurück zu kommen: Es gibt so gut wie keine schüler, die Hauptschulabschluss machen,trotz alle unterschiedlichen Leistungsniveaus in einer Klasse.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
nickei



Anmeldungsdatum: 22.05.2009
Beiträge: 533

BeitragVerfasst am: 31.01.2011 23:57    Titel:

fanny hat Folgendes geschrieben:
Ich bin ganz klar für Gesammtschulen, denn mMn stellt dieses Dreigliedrige System nicht nur eine Leistungs- sondern auch Klassentrennung dar...und das bedeutet gleichzeitig nicht gleiche Bildungschancen! Sicher gibt es welche, die sich "hoch arbeiten", aber ganz ehrlich, den meisten gelingt das nicht.


Da bin ich anderer Meinung! Die Begabteren werden unterfordert und man verschenkt eher ihre Bildungschancen, da sie sich sowohl von der Lerngeschwindigkeit als auch vom Schwierigkeitsgrad her an einen Mittelweg anpassen müssen und so unter ihren Möglichkeiten bleiben. Auch den schwächeren Schülern gegenüber finde ich das nicht fair. Sie werden überfordert, können nicht mithalten, sehen ständig wie die leistungsstärkeren Schülern ihnen voraus sind und bekommen so täglich ihre Defizite vorgeführt, was sicher nicht zu mehr Selbstbewusstsein führt. Das Individuelle was du vorher als so wichtig hervorgehoben hast, geht gänzlich verloren.
Durch das dreigliedrige System wird der Lernstoff Niveau angepasst und ist somit auch auf die Leistungsfähigkeit der einzelnen Schüler zugeschnitten. Es muss auch klar sein, dass nicht alle Schüler fähig sind ein Abitur zu bestehen und das sollte man auch so anerkennen. Es muss eben auch Leute geben, die die einfacheren Tätigkeiten übernehmen, wir brauchen hier keine 82 Mio Ärzte, Anwälte, Architekten etc. Man tut den schwächeren Schülern auch nichts Gutes wenn man von ihnen Leistungen erwartet, die sie aufgrund ihrer gegebenen Grundvoraussetzungen (IQ, Begabungen usw) nicht zu erbringen in der Lage sind.
Ich habe das selbst an meiner amerikanischen Austauschschule erlebt, wo ja alle Schüler zusammen die High School besuchen. Die stärkeren Schüler haben ihren Heftrand vollgemalt, hatten Stöpsel im Ohr oder sind erst gar nicht zum Unterricht erschienen, da sie den Stoff schon konnten. Manche Lehrer waren gleichzeitig von den Schwächeren genervt, da sie unter Zeitdruck standen und ihren Stoff durchbringen wollten. Dadurch fühlten diese sich unter Druck gesetzt den Stoff möglichst gleich zu verstehen und hatten keine Freude mehr am Unterricht. In solchen Momenten wurde mir echt bewusst, wie gut wir es hier eigentlich haben. Ständig wird hier auf dem deutschen Schulsystem rumgehackt, Pisastudien als Anlass zur allgemeinen Panik genommen, dabei stellt sich keiner die Frage, ob im Ausland alles so viel besser ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Es gibt schon Gründe wieso deutsche Fachkräfte und Akademiker im Ausland mit offenen Armen empfangen werden. Und das liegt mMn auch daran, dass die Fähigkeiten der Leistungsstarken im Gymnasium gefördert werden und die Leistungsschwächeren auf der Haupt- und Realschule weniger und einfacheren Stoff gescheit lernen und ihnen die Zeit dafür gegeben wird, die sie brauchen.

lg
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Candy



Anmeldungsdatum: 04.01.2007
Beiträge: 1158

BeitragVerfasst am: 01.02.2011 20:08    Titel:

nickei hat Folgendes geschrieben:
Es gibt schon Gründe wieso deutsche Fachkräfte und Akademiker im Ausland mit offenen Armen empfangen werden. Und das liegt mMn auch daran, dass die Fähigkeiten der Leistungsstarken im Gymnasium gefördert werden und die Leistungsschwächeren auf der Haupt- und Realschule weniger und einfacheren Stoff gescheit lernen und ihnen die Zeit dafür gegeben wird, die sie brauchen.


Gut ausgebildete Leute sind in vielen Ländern gern gesehen. So arbeiten hier in Deutschland viele Ärzte aus Osteuropa. Auch sonst herrscht ein reger Austausch von Menschen, die nach Deutschland kommen oder aus Deutschland in ein anderes Land gehen.

nickei hat Folgendes geschrieben:
Durch das dreigliedrige System wird der Lernstoff Niveau angepasst und ist somit auch auf die Leistungsfähigkeit der einzelnen Schüler zugeschnitten.


Das dreigliedrige Bildungssystem teilt Schülerinnen und Schüler in drei Gruppen ein: In schnell, mittelschnell und langsam Lernende. Das war es dann auch schon. Auf einzelne Schüler zugeschnitten ist das nicht.

nickei hat Folgendes geschrieben:
Das Individuelle was du vorher als so wichtig hervorgehoben hast, geht gänzlich verloren.


Wieso sollte an Gesamtschulen das Individuelle verloren gehen? Bieten Schulen Raum zur persönlichen Entfaltung, können Kinder sich in einer Form entwickeln und bilden, die auf ihre Person zugeschnitten und damit individuell ist.
Junge Menschen in drei Gruppen einzuteilen ist nicht individuell.
_________________
Alisa Faith still geboren am 1. 12. 2005

Ava Eleanor - mein Forumspatenkind

http://international-babynames.de/

http://tierheim-tiere.de/
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
nickei



Anmeldungsdatum: 22.05.2009
Beiträge: 533

BeitragVerfasst am: 02.02.2011 00:46    Titel:

Candy hat Folgendes geschrieben:
Gut ausgebildete Leute sind in vielen Ländern gern gesehen. So arbeiten hier in Deutschland viele Ärzte aus Osteuropa. Auch sonst herrscht ein reger Austausch von Menschen, die nach Deutschland kommen oder aus Deutschland in ein anderes Land gehen.


Schon klar. Ich wollte damit nur aussagen, dass das deutsche Schulsystem ja nicht so meilenweit hinterher sein kann, wie immer behauptet wird, wenn deutsche Fachkräfte aufgrund ihrer guten Ausbildung willkommen sind. Wäre wirklich alles so schlecht, wie es immer heißt und in anderen Ländern alles so viel besser, so hätten deutsche Fachkräfte im internationalen Wettbewerb ja keine Chance.

Candy hat Folgendes geschrieben:
Das dreigliedrige Bildungssystem teilt Schülerinnen und Schüler in drei Gruppen ein: In schnell, mittelschnell und langsam Lernende. Das war es dann auch schon. Auf einzelne Schüler zugeschnitten ist das nicht.


Also wer Individualunterricht erwartet, soll sich einen Privatlehrer zulegen. Dass das bei so vielen Kindern nicht machbar ist versteht sich ja von selbst. Trotzdem ist es so noch eher auf die Fähigkeiten der Schüler zugeschnitten, als wenn man alle - unabhängig ihres Leistungsvermögens - in einen Topf wirft.

lg
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Vornamen Forum Foren-Übersicht -> Erziehung Alle Zeiten sind GMT
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3
Seite 3 von 3

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group, deutsches Paket von phpBB2.de
SEO phpBB Powered by Suchmaschinen Wiki

Forensicherheit

2230 Angriffe abgewehrt